Essener Münster, Essen

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Essener Münster

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Das Essener Münster ist die Bischofskirche des Bistums Essen, des Ruhrbistums. Die den Heiligen Cosmas und Damian sowie der Jungfrau Maria geweihte Kirche steht am Burgplatz in der östlichen Essener Innenstadt.

Das Gotteshaus ist die ehemalige Stiftskirche von Essen. Der Dom ist eine nach 1275 errichtete gotische Hallenkirche aus hellem Sandstein. Das oktagonale Westwerk und die Krypta sind erhaltene Teile des ottonischen Vorgängerbaus. Dem Münster ist nördlich ein Kreuzgang angeschlossen.

Baugeschichte

Vorherige Siedlungen

Das Gelände des Domes war bereits vor der Gründung des Stiftes besiedelt. Der Hildesheimer Bischof Altfrid soll auf seinem Gut Asnide ein Frauenstift gegründet haben, ein direkter Nachweis dieses Gutes ist bisher nicht gelungen. Pfostenlöcher, merowingerzeitliche Scherben und Bestattungen nahe der Münsterkirche lassen jedoch den Schluss zu, das bereits vor Gründung des Stiftes eine Besiedelung des Platzes bestand.

Die erste Kirche

Die heutige Essener Domkirche ist der dritte Kirchenbau an dieser Stelle. Grundmauern der Vorgängerkirchen wurden 1952 von Walter Zimmermann ausgegraben. Die erste Kirche an dieser Stelle wurde von den Gründern des Essener Stifts, dem Hildesheimer Bischof Altfrid und Gerswid, der ersten überlieferten Äbtissin, zwischen 845 und 870 errichtet. Der Bau, der bereits die Breite von Mittel- und Seitenschiffen seiner Nachfolgerbauten vorgab, war eine dreischiffige Basilika in west-östlicher Ausrichtung. Westlich vor dem Langhaus befand sich eine kleine, fast quadratische Vorhalle. Die Arme des Querhauses schlossen sich an einen rechteckigen Mittelraum an, sie hatten die Höhe des Mittelschiffes. Nur von den Querhausarmen aus waren Räume in den östlichen Enden der Seitenschiffen zugänglich. Ob diese Räume, wie Zimmermann 1952 anhand der Ausgrabungsbefunde annahm, die Höhe des Seitenschiffes hatten oder, wie Lange in einer neueren Rekonstruktion annimmt, die Höhe der Seitenchöre, ist strittig. Östlich der Vierung befand sich der halbrund geschlossene Chor, an den sich seitlich rechteckige Räume anlehnten, die vom Querhaus aus zugänglich waren.

Diese erste Kirche wurde 946 durch einen Brand beschädigt, der in den Kölner Annalen als Astnide cremabatur ("Essen brannte nieder") verzeichnet ist.

Die frühottonische Stiftskirche

Aus den Jahren 960–964 sind mehrere Weiheinschriften für Teile der neuen Kirche überliefert, aus denen geschlossen wird, dass der Brand von 946 die Kirche nur beschädigt hatte. Für Langhaus und Chor sind keine Inschriften überliefert, diese wurden wohl vom karolingischen Bau übernommen. Dieser Schluss wurde durch die Ergebnisse der Ausgrabungen von 1952 bestätigt. Man benutzt die notwendigen Erneuerungen gleich zu einem Ausbau der Kirchenanlage. Die neuen Teile waren eine Außenkrypta, ein Westwerk sowie ein dem Westwerk vorgelagertes Atrium mit einer Kapelle des Heiligen Johannes des Täufers, wobei das Westwerk möglicherweise bereits vor dem Brand errichtet wurde. Dieser Kirchenbau kann aus den Grabungsbefunden rekonstruiert werden, hatte in dieser Form allerdings nicht lange Bestand, da möglicherweise bereits unter der kunstsinnigen Äbtissin Mathilde, die von 973–1011 amtierte, spätestens aber unter der von 1039–1058 regierenden Äbtissin Theophanu, ein Neubau errichtet wurde. Möglich ist auch, dass ein von Mathilde begonnener Neubau durch Theophanu vollendet wurde. Von dem ottonischen Neubau sind heute noch bedeutende Bestandteile erhalten.

Der ottonische Neubau

Die Ausdehnung des ottonischen Neubaus war durch die beiden Vorgängerbauten vorgegeben. Der größte Teil der Fundamente wurde wieder verwendet, nur dort, wo die Belastungen gewachsen waren oder die Raumaufteilung stark abwich, wurden neue gesetzt.

Auch der Neubau bestand aus einem dreischiffigen Langhaus mit Querhaus und einem anschließenden Chorraum, der von Nebenchören begleitet wurde. In den Chorraum war nun eine Krypta hineingebaut worden. Der Chor schloss innen mit einer halbrunden Apsis ab, die nach außen von fünf Seiten eines Zehnecks ummantelt war. An den Chor lehnte sich eine zweistöckige Außenkrypta an, deren Westmauern sich an die östlichen Mauern der Nebenchöre anschlossen. Türen neben den Altarnischen gewährten direkten Zugang zur Krypta. Die Nebenchöre besassen Emporen, die sowohl zu den Querhausarmen als auch zum Hauptchor hin geöffnet waren. Die Außenwand der Querhausstirnseiten war nunmehr zweigeschossig, wobei das Obergeschoss durch drei Nischen mit Fenstern gegliedert war. Im Erdgeschoss befanden sich Nischen, diese Nischengliederung setzte sich in den Mauern des Seitenschiffes fort. Über diesen Nischen zog sich entlang der Wände ein Laufgang, der in das Emporengeschoss des neuen Westbaus führte. Das Zwischenjoch zwischen Westbau und Langhaus wurde beibehalten. Die Gliederung der Mittelschiffswände ist nicht bekannt, Rekonstruktionen anhand anderen Kirchen, insbesondere der Stiftskirche von Susteren, die in vielem vom Essener ottonischen Neubau inspiriert scheint, nehmen einen Wechsel von Pfeilern und Säulen an. Auf der Wandzone zwischen diesen Arkaden und den Fenstern oberhalb des Anschlusses der Seitenschiffdächer befanden sich vermutlich Wandmalereien, da Reste von Malereien im Westbau gefunden wurden. Außen hatten die Obergaden des Mittelschiffs eine Gliederung aus Pilastern und Volutenkapitellen, wahrscheinlich in zwölf Feldern.

Der Westbau

Die Vermutung, dass der unbekannte Baumeister der Essener Stiftskirche einer der besten Architekten seiner Zeit war, gründet sich besonders auf den Westbau, der noch heute das Bild der Kirche bestimmt. Wie bei der Vorgängerkirche ist der Westbau nur wenig breiter als die Flucht der Seitenschiffmauern. Von Außen besteht der Westbau aus einem fast quadratischen Mittelturm, der von einem achteckigen Glockengeschoss mit Zeltdach bekrönt war. In die Westwand des Baus waren zwei achtseitige Treppentürme eingelassen, die unterhalb des Glockengeschosses des Mittelturms endeten. Das oberste Geschoss der Treppentürme war rund. Glockengeschoss des Mittelturms und die Obergeschosse der Treppentürme waren mit Pilastern versehen. An die Nord und Südseite des Mittelturmes lehnten sich zweigeschossige Seitenräume an, deren Obergeschoss von Pilastern gegliedert war. Im Erdgeschoss dieser Nebenräume führten in Nischen gesetzte Portale in die Kirche, der Mitteleingang des Vorgängerbaus in den Westbau wurde aufgegeben und durch ein großes rundbogiges Fenster ersetzt. Der Westbau verlor damit die Funktion einen Triumpheingang in die Kirche zu schaffen. Stattdessen bildete der gedrungene Baukörper ein optisches Gegengewicht zu dem breit angelegten Ostbau.

Innen war der Westbau reich und kompliziert gegliedert. In den Mittelraum ist ein Westchor in der Form eines halbierten Sechsecks eingebaut, der von einem Umgang umschlossen wird. In der Mitte befand sich in der Westwand eine flache Nische, seitlich befanden sich in flachen Nischen die Zugänge zu den Treppentürmen. Der Westbau öffnet sich gegen das Zwischenjoch in einem großen, von Pfeilern getragenen Bogen. Vor diesem Bogen stand im Westchor ein dem Hl. Petrus geweihter Altar. Im Aufbau folgen die Wände dem Vorbild des Westchores der Aachener Pfalzkapelle, an den auch die Verwendung des Oktogons für das Glockengeschoss erinnert. Im Erdgeschoss setzen drei unterteilte Bogen auf sechseckigen Pfeilern auf. Die Bogenöffnungen des Obergeschosses sind zweireihig mit Säulenstellungen gefüllt, die Säulen tragen antikisierende Kapitelle.
Von Außen gesehen war der Westbau damit eine Dreiturmanlage, die innen einen Westchor umhüllte, der ein halbierter Zentralbau war. Ein vergleichbares Bauwerk ist nicht bekannt.

Der Westbau war reich ausgemalt, wobei die Bemalung in der Halbkuppel zum Langhaus das jüngste Gericht zeigte. Die Malerei nahm auf die Erscheinung Jesu Bezug, daraus wird geschlossen, dass die Auftraggeberin der Ausmalung die Äbtissin Theophanu (dieser griechischer Name bedeutet Gotteserscheinung) war.

Die Krypta

Durch den Einbau der Krypta wurde der Boden des Hauptchores über das Niveau der Böden von Lang- und Querhaus erhoben. Die Seitenchöre blieben auf einer Höhe mit Lang- und Querhaus. Die Krypta bestand aus einer dreischiffigen Innenkrypta und eine um diese gelegte fünfschiffige Außenkrypta. Der Zugang zur Innenkrypta erfolgte von den Ostseiten der Nebenchöre aus, durch die man zunächst in die Außenkrypta gelangte. Die Außenkrypta hatte quadratische und längsrechteckige Joche, die im Wechsel angelegt waren und durch feingegliederte quadratische Pfeiler getrennt wurden. Die drei mittleren Ostjoche waren besonders hervorgehoben. Während die Ostwände in den beiden seitlichen Jochen einfache halbrunde Nischen zeigten, war an das mittlere Joch ein kleiner, mit drei halbrunden Nischen versehener Chor angesetzt. An den mittleren Wandpfeilern der Außenkrypta sind Sandsteinplatten erhalten, denen sich als Weihedatum der Krypta der 9. September 1051 und die in den Kryptenaltären erhaltenen Reliquien entnehmen lassen.

Spätere Anbauten

Kurze Zeit nach der Fertigstellung der ottonischen Kirche, vermutlich unter der Nachfolgerin der Äbtissin Theophanu, wurde das Atrium erneuert. Das Atrium wurde 1471 bei der Erneuerung und Vergrößerung der dem Münster westlich vorgelagerten Kirche St. Johann Baptist, die als Tauf- und Pfarrkirche der Stiftsuntertanen diente, verkleinert, präsentiert sich jedoch ansonsten in seiner vermutlich 1060-1080 entstandenen Form.

Die nächste Erweiterung der Kirchenanlage war ein Anbau an das südliche Querhaus im 12. Jahrhundert. Dieser sehr massive Anbau enthielt im Obergeschoss das sectarium, in dem die Urkunden und Akten des Stifts aufbewahrt wurden, und diente vermutlich auch als Schatzkammer. Die Vorhalle des Anbaus diente wahrscheinlich den Zwecken des kirchlichen Gerichts.

Die gotische Hallenkirche

1275 brannte die ottonische Stiftskirche nieder, wobei der Westbau und die Krypta erhalten blieben. Beim Aufbau, der in die Amtszeit der Äbtissin Beatrix von Holte fiel, verbanden die Baumeister altes mit den neuen Bauformen der Gotik. Am Neubau haben nacheinander zwei Baumeister gewirkt, von denen der erste, ein Meister Martin, im Jahr 1304 auf sein Amt verzichtete. Meister Martin, der, wie aus Details seiner Ornamentik gedeutet wird, Kirchenbauten aus Burgund und der Champagne kannte wie auch die Formensprache der Kölner und Trierer Dombauhütten, zeichnete für die Gesamtkonzeption verantwortlich. Diese sah zunächst einen Langchor ähnlich der St. Vituskirche in Mönchengladbach vor. Noch unter der Bauleitung von Meister Martin wurde dieses Konzept aufgegeben und ein von der 1235 begonnenen Marburger Elisabethkirche inspirierter Hallenchor gebaut, mit dem die Außenkrypta überbaut wurde. Diese Übertragung der Form des Langhauses auf den Chor war erstmalig in Deutschland. Der Nachfolger Meister Martins ist namentlich nicht bekannt. Seine Formensprache ist eher bodenständig-westfälisch, er übernahm jedoch die Baukonzeption seines Vorgängers und führte diese zu Ende.

Die ursprünglich flacheren Dächer des Oktagons und der Treppentürme wurden durch spitzere Hauben ersetzt, die Treppentürme außerdem noch ein Stockwerk erhöht. Über der Vierung besaß die gotische Stiftskirche noch einen Vierungsturm.

Spätere Veränderungen

Im 18. Jahrhundert erfolgte eine Barockisierung der Stiftskirche. Der alte Vierungsturm wurde durch einen schlankeren Dachreiter ersetzt. Die Fenster der Südseite des Domes wurden verbreitert und verloren ihr gotisches Maßwerk. Die spitzen Hauben des Westbaus wurden durch barocke ersetzt, zudem erhielt das Glockengeschoss eine Uhr. Im Inneren wurde ein Großteil der alten Innenausstattung entfernt und ersetzt, so dass sich nur wenige originale Teile der gotischen Ausstattung erhalten haben, die sich nicht mehr in Zusammenhänge bringen lassen.

Um 1880 folgte man in Essen der modischen Begeisterung, die Gotik als urdeutschen Baustil anzusehen, und machte die Änderungen des Barocks soweit rückgängig, wie es möglich war. Der Westbau erhielt sein vorheriges Aussehen zurück, außerdem entfernte man die barocke Innenausstattung, von der heute nur noch zwei Heiligenfiguren im Eingang der Domschatzkammer erhalten sind. Außerdem erhielt die Kirche ihre heutige Dachgestaltung. In dieser Gestalt erscheint der Bau heute.

Kriegszerstörung und Wiederaufbau

In der Nacht vom 5. auf den 6. März 1943 flog die Royal Air Force mit 442 Flugzeugen einen Angriff auf die durch die Kruppwerke für die Kriegswirtschaft des Nationalsozialismus wichtige Stadt Essen, bei dem in weniger als einer Stunde 137.000 Brandbomben und 1100 Sprengbomben über der Innenstadt abgeworfen wurden. Die Münsterkirche brannte aus und erlitt schwerste Schäden, lediglich die ältesten Teile des Baus, der Westbau und die Krypta, wurden geringer beschädigt. Der Entschluss zum Wiederaufbau wurde nach der Befreiung durch die alliierten Truppen bereits in einer der ersten Sitzungen des von diesen eingesetzten Stadtrats unter dem kommunistischen Oberbürgermeister Heinz Renner einstimmig gefasst und begonnen. Bereits 1952 waren der Westbau und das Langhaus wieder benutzbar, bis 1958 war auch der Rest der Kirche wieder aufgebaut, wobei man auch die Nordseite des Kreuzganges wieder schloss. Die vollständig wiedererrichtete Kirche wurde dann 1958 Bischofssitz.

Jüngste Ergänzungen

Die Stiftskirche war nie über die Größe der ottonischen Kirche hinaus gewachsen. Erst die Einrichtung des Ruhrbistums machte eine neue Erweiterung notwendig, da Franz Kardinal Hengsbach, der erste Ruhrbischof, bereits zu Lebzeiten erklärt hatte, dass er von seinem Vorrecht, in seiner Bischofskirche bestattet zu werden, Gebrauch machen wolle, aber nicht neben dem Hl. Altfrid in der ottonischen Krypta. Um diesen Wunsch zu erfüllen, wurde 1981-1983 unter dem Atrium eine Westkrypta angelegt, deren Eingang innerhalb des alten Westbaus liegt. In dieser mit modernen Betongussrelief geschmückten Adveniat-Krypta, deren Name daran erinnert, dass Kardinal Hengsbach Mitbegründer des bischöflichen Hilfswerkes Adveniat war, wurden die bei der Ausschachtung gefundenen Gebeine der im Mittelalter im Atrium bestatteten Kanoniker und 1991 auch Kardinal Hengsbach bestattet.

Die südliche Seitenschiffskapelle ist seit seit dem 10. Oktober 2004 der Erinnerung und Verehrung des 2001 selig gesprochenen Nikolaus Groß gewidmet und neu gestaltet.

Ausstattung

Aufgrund der Barockisierung im 18. Jahrhundert, der Regotisierung des 19. Jahrhunderts und den Zerstörungen des zweiten Weltkriegs sind von der früheren Ausstattung der Münsterkirche nur wenige Reste erhalten. Das Essener Domkapitel hat beim Wiederaufbau jedoch bedeutende moderne Künstler beauftragt, Kunstwerke für die Kirche zu fertigen.

Idasäule

Das älteste erhaltene Ausstattungsstück der Münsterkirche ist die Kreuzsäule auf dem Chor, die heute ein modernes Kreuz trägt. Bis ins 15. Jahrhundert trug sie ein mit vergoldetem Kupferblech überzogenes Kreuz, von dem sich noch heute die Stifterplatte und möglicherweise weitere Reste im Essener Domschatz  4  befinden. Die Inschrift ISTAM CRUCEM (I)DA ABBATISSA FIERI IUSSIT (Dieses Kreuz ließ die Äbtissin Ida anfertigen) lässt die Äbtissin Ida als Auftraggeberin erkennen, die 971 verstorben ist. Die Säule selbst ist wahrscheinlich eine antike Spolie, wie aufgrund des kannelierten Untersatzes mit attischer Basis angenommen wird. Das Kapitell ist der Antike nachempfunden, allerdings besonders reich verziert. In der Gestaltung ist es den Kapitellen der Westempore, der Krypta, sowie denen in der Ludgeridenkrypta der Werdener Abteikirche und der Luciuskirche in Werden verwandt.

Goldene Madonna

In der nördlichen Seitenschiffskapelle befindet sich seit 1959 der größte Schatz der Kirche, die Goldene Madonna, die älteste vollplastische Marienfigur der Welt und die Schutzpatronin des Ruhrbistums. Die über tausend Jahre alte Figur wurde 2004 umfassend restauriert.

Siebenarmiger Leuchter

Im Zentrum des Westbaus steht heute der monumentale Siebenarmige Leuchter, den die Äbtissin Mathilde zwischen 973 und 1011 anfertigen ließ.

Altfrids-Grabmal

In der Ostkrypta befindet sich das gotische Hochgrab des Hildesheimer Bischofs und Gründers von Essen Altfrid aus Kalksandstein, das auf die Zeit um 1300 herum datiert wird.

Weitere Kunstwerke

Das heilige Grab im südlichen Seitenschiff stammt aus der Spätgotik. Die Epoche des Barock ist im Essener Münster durch zwei Epitaphe vertreten. Den Ältere der 1614 verstorbenen Äbtissin Elizabeth Gräfin von Bergh enthält noch deutliche Renaissanceelemente. Diese aus schwarzem Marmor gefertigte Platte befindet sich an der Nordwand des östlichen Seitenschiffjochs und zeigt die Äbtissin in ihrer Amtskleidung, umgeben von den Wappen ihrer Vorfahren. Der zweite Epitaph, der der Äbtissin Johanna von Baexen, stammt von 1677 und befindet sich an der südlichen Außenmauer.

Aufgrund der Kriegszerstörungen hat die Münsterkirche keine alten Fenster des Mittelalters. Die heutigen Fenster stammen aus der Zeit des Wiederaufbaus. Das Michaelsfenster und die Fenster der Emporengeschosse des Westbaus sind von Heinrich Campendonk gestaltet, die Chorfenster von Ludwig Gies, die des Langhauses von Wilhelm Buschulte und die Fenster der Krypta von Alfred Manessier. Das Altarfries ist ein Werk des Bildhauers Elmar Hillebrand und seines Schülers Ronald Hughes. Die Bronzetüren von Atrium und Kirche wie auch der Kreuzwegfries im Langhaus sind Werke des österreichischen Künstlers Toni Schneider-Manzell.

Domschatz

Das Münster besitzt einen Domschatz, der der Öffentlichkeit zugänglich ist. Neben der Goldenen Madonna und dem Siebenarmigen Leuchter, die sich in der Kirche selbst befinden, sind die Kinderkrone Ottos III. seiner Aachener Krönung, die vier ottonischen Vortragekreuze, das lange als Richtschwert der Märtyrer Cosmas und Damian verehrte ottonische Schwert sowie das Theophanu-Evangeliar bemerkenswert.

Nutzungsgeschichte

Vom Anfang bis 1803

Das Essener Münster war seit der Gründung des ersten Kirchenbaus bis 1803 die Stiftskirche des Stifts Essen und Mittelpunkt des Stiftslebens. Die Kirche war weder Pfarr- noch Bischofskirche, sondern diente hauptsächlich den Angehörigen des Damenstifts. Ihre Stellung war daher einer Klosterkirche vergleichbar, auch wenn das Damenstift Essen nicht der benediktinischen Klosterregel folgte, sondern den Institutio sanctimonialium, der 816 von der Aachener Reichssynode festgelegten kanonikalen Lebensform für Frauenkommunitäten, in einer noch weltlicheren Ausprägung. Im Münster fanden die Stundengebete und Messen der Stiftsgemeinschaft statt, sowie die Fürbitten für die verstorbenen Stiftsangehörigen, die adeligen Förderer des Stiftes und deren Vorfahren im Rahmen des organisierten Totengedenkens (Memoria). Die Anzahl der aus dem Adel stammenden Stiftsdamen, denen die Kirche diente, schwankte über die Jahrhunderte zwischen etwa 70 während der Blütezeit unter der Äbtissin Mathilde im 10. Jahrhundert und 3 im 16. Jahrhundert. Lediglich an hohen Feiertagen war die Kirche für die Stiftsabhängigen und später für die Bevölkerung der Stadt Essen zugänglich, deren Gottesdienst ansonsten die der Münsterkirche vorgelagerte Kirche St. Johann Baptist, die sich aus der ottonischen Taufkapelle entwickelt hatte, oder die St. Gertrudiskirche (heute Marktkirche) auf dem Marktplatz diente.

Die Reformation hatte auf die Münsterkirche aufgrund ihrer Zuordnung zum katholischen Damenstift keinen Einfluss. Die Bürger der Stadt Essen, mit dem Stift ohnehin im Dauerstreit, wurden zwar überwiegend protestantisch, das Stift blieb jedoch katholisch. Die protestantischen Bürger der Stadt übernahmen die nicht im Stiftsgelände gelegene St. Gertrudiskirche, die heutige Marktkirche, die katholisch verbliebenen Bürger nutzten weiter St. Johann Baptist als Pfarrkirche.

1803 wurde das Stift vom Königreich Preußen säkularisiert. Die Münsterkirche mit ihrem gesamten Inventar wurde allerdings sofort von der Pfarrgemeinde St. Johann Baptist übernommen.

1803-1958

Die nächsten 150 Jahre war die Kirche Pfarrkirche. Der Name Münsterkirche, der sich eingebürgert hatte, blieb, auch wenn kein Stift mehr bestand. Als Pfarrkirche diente sie der katholischen Inennenstadt - Gemeinde der Stadt Essen, die gerade im 19. und Anfang des 20. Jahrhundert an Köpfen erheblich zunahm.

1958 bis Heute

Nachdem es bereits in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts erste Bestrebungen gegeben hatte, ein Bistum im Ruhrgebiet zu errichten, wurde 1958 aus Teilen der Bistümer Münster, Paderborn und Köln ein neues Bistum errichtet, zu dessen Bischofskirche die Essener Münsterkirche erhoben wurde. Am 1. Januar 1958 wurde der erste Essener Bischof Franz Hengsbach in einem Festgottesdienst durch den Apostolischen Nuntius Aloysius Muench in sein Amt eingeführt. Seitdem ist das Essener Münster der religiöse Mittelpunkt des Bistums. Den Höhepunkt seiner über tausendjährigen Geschichte stellte schließlich 1987 der Besuch des Papstes Johannes Paul II. dar.

Domkapitel

Das Essener Domkapitel umfasst elf residierende und nichtresidierende Domkapitulare.

Gemäß dem Konkordatsrecht von 1929 kommt ihm neben seinen üblichen Aufgaben (Sorge um die liturgischen Feiern in der Hohen Domkirche, Wahl eines Diözesanadministrators, Beratung und Unterstützung des Bischofs bei der Leitung der Diözese, Verwaltung des Domschatzes) auch das Recht der Bischofswahl zu.

Dompropst ist seit 2005 der Essener Stadtdechant Msgr. Otmar Vieth als Nachfolger von Prälat Günter Berghaus, der dem Domkapitel elf Jahre lang vorstand (1993–2004) und in den Ruhestand trat.

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